ATELIER FÜR RESTAURIERUNGEN                                                                                

   

Kaiserin Friedrich in Kronberg...

Die Burg in Kronberg im Taunus, auf einem Felssporn am Südhang des Taunus gelegen, bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Rhein-Main-Ebene. Der Name des Ortes verrät heute noch, dass die Burg auf staufischem Krongut gegründet wurde. Um 1220/30 erbauten die Herren von Eschborn im Auftrag des Kaisers die "Oberburg", die nur noch als Ruine erhalten ist und die durch den weithin sichtbaren Freiturm das Gesamtbild dominiert. Typisch für die Zeit der Erbauung ist zum Beispiel der aus rotem und weißem Stein zusammengesetzte Eingang sowie die darüber gelegene Torkapelle. Die "Oberburg" ist der älteste Teil der Kronberger Burg und wurde in den Jahren 2001-2002 grundlegend saniert. Nachdem verschiedene Bauten im Vorfeld der Oberburg niedergelegt wurden, errichteten die Herren von Kronberg ab etwa 1440 die Mittelburg. Sie besteht aus zwei stattlichen über Eck gebauten Wohnhäusern. Benannt sind sie nach den Familienzweigen aus dem Geschlecht derer von Cronberg, in deren Auftrag diese Häuser errichtet wurden: das Kronenstamm- und das Flügelstammhaus. Im 17. Jahrhundert wurden die Treppengiebel der Häuser abgetragen und durch die noch heute erhaltenen Schweifgiebel ersetzt.

Im Erdgeschoß des etwa 1505 fertiggestellten Flügelstammhauses ist eine eingerichtete Küche mit mächtiger Esse zu besichtigen. Die übrigen Räume sind zur Zeit leer und werden erst nach Beendigung der Sanierungsarbeiten wieder zugänglich sein (etwa 2004). 1704 stirbt das Geschlecht von Cronberg im Mannesstamm aus und das Reichslehen fällt an den Kurfürsten von Mainz, dessen Amtmann bis 1710 auf der Burg seinen Amtssitz hatte. Die Burg war katholische Schule und Stadtgefängnis. Im Zuge der napoleonischen Kriege besetzten französischen Truppen die Burg, die schließlich zusammen mit der Stadt Kronberg 1802 an Hessen-Nassau fiel. Durch die Neuordnung des Reiches gehörte Kronberg ab 1866 zu Preußen. Diese wechselvolle Geschichte spiegelt sich in überlieferten Mitteilungen über den schlechten Erhaltungszustand der Burg. So war 1871 die Burgkapelle so baufällig, daß sie geschlossen werden mußte, sogar ihr Abriß diskutiert wurde. Die Situation verbesserte sich erst, als Kaiserin Friedrich, Tochter von Queen Victoria und Frau von Kaiser Friedrich III., sich der Burg annahm. Die von ihr veranlaßte Renovierung der Gesamtanlage prägt das heutige Aussehen der Burg. So ergänzte sie wesentliche Teile wie z.B. den Wehrgang und das Tor der Mittelburg. Das jüngste Gebäude auf der Burg ist der erst zehn Jahre nach dem Tod der Kaiserin errichtete Prinzenturm. 1912 wurde die Burg als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als 1992 die Stadt Kronberg ihre Burg aus dem Besitz der Hessischen Hausstiftung erworben hatte, gründete sie zusammen mit dem Burgverein 1994 die Stiftung "Burg Kronberg im Taunus". Deren Aufgaben die Erhaltung des Denkmals, der Aufbau eines Museums und die schonende Nutzung der Burg durch Veranstaltungen Für das Museum welches im April 2008 in der Burg Kronberg eröffnet wird hat Herr Büchner die Restaurierung von vier ausgewählten Objekten der Kaiserin Friedrich III übernommen. Zu den Objekten gehören zwei Renaissance Armlehnstühle von ca. 1610/20, eine Renaissance Truhe von ca. 1600, ein frühbarocker Kabinettschrank von 1690 und ein Lüsterweibchen von ca. 1760.

   
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